12 Gründe, warum die Frauen-WM 2015 NICHT auf Kunstrasen ausgetragen werden sollte

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Männer würden streiken, wenn sie auf Kunstrasen spielen müssten.“* Es regt sich großer Widerstand gegen den Plan der FIFA, die WM 2015 auf Kunstrasen spielen zu lassen.

* (Zitat Abby Wambach, US-Nationalspielerin und internationale Rekordtorschützin)

Die Pläne der FIFA sehen vor, die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2015 in Kanada auf Kunstrasen auszutragen. Nicht nur viele Fußballfans sind damit nicht einverstanden, auch populäre Nationalspielerinnen, die an der WM 2015 teilnehmen werden, protestieren dagegen. (Dazu mehr am Ende des Artikels.)

Wir haben 12 Gründe zusammengetragen, die pro Naturrasen, contra Kunstrasen sprechen.

12 Gründe gegen Kunstrasen bei der WM 2015

1. Keine „Versuchskaninchen“

Noch nie wurde eine Fußball-Weltmeisterschaft auf Kunstrasen ausgetragen. Unsere Fußballerinnen sind keine „Versuchskaninchen“. (DFB-Bundestrainerin Silvia Neid)

2. „Der Platz ist eine Frechheit“

Der Platz in Vancouver ist eine Frechheit, das ist Beton.“ DFB-Torfrau Nadine Angerer über das Spielfeld im Stadion des WM 2015-Finales, dessen Kunstrasen schon im Jahr 2011 verlegt wurde und nicht mehr der Neueste ist.

3. „Diskriminierend und illegal“

Mehr als 60 Nationalspielerinnen (darunter z.B. Nadine Angerer, Marta und Abby Wambach) haben beim Gericht für Menschenrechte Klage gegen die FIFA eingereicht, die Frauen-WM 2015 auf Kunstrasen auszutragen.

4. Höhere Verletzungsgefahr

Aus Sicht der Spielerinnen spricht vor allem die erhöhte Verletzungsgefahr gegen eine Austragung der Frauen-WM 2015 auf künstlichem Rasen.

5. Mattenbrand

Wer einmal mit dem Knie oder anderen Körperteilen über Kunstrasen gerutscht ist, weiß wie schnell es dabei zu schmerzhaften Hautabschürfungen („Mattenbrand“) kommen kann.

6. Eine Frage des Geldes $$$

Hauptgrund für die Entscheidung pro Kunstrasen ist natürlich das Geld: Kein Mähen, kein Düngen, kein Kunstlicht, etc. = geringere Kosten. Aber WM-OK und FIFA sind jetzt nicht dafür bekannt, dass sie am Hungertuch nagen…

7. Kunstrasen heizt auf

Da sich Kunstrasen viel stärker aufheizt als Naturrasen kann es bei sommerlichen Temperaturen auf dem Spielfeld schnell sehr heiß werden.

8. Andere Spielgeschwindigkeit

Auf künstlichem Rasen haben sowohl die SpielerInnen als auch der Ball eine andere Geschwindigkeit als auf Naturrasen. Somit ändert sich die Geschwindigkeit des gesamten Spiels.

9. Profis sind keine Amateure

Im Amateurfußball mag der Kunstrasen seine Berechtigung haben, aber Profi-Fußballerinnen sollten nicht wie Freizeitsportler behandelt werden.

10. Schlechte Trainingsplätze

Damit die Teams der Frauen-WM 2015 einheitliche Bedingungen vorfinden, sollen auch die WM-Trainingsplätze mit Kunstrasen ausgestattet sein. Diese haben aber meist eine schlechtere Qualität als die Spielfelder in den Stadien.

11. Keine verschmutzten Trikots

Wir lieben FußballspielerInnen, die mit Hingabe kämpfen, und erkennen sie gleich an ihren mit Grasflecken und Erde verschmutzten Trikots. Darauf sollen wir verzichten?

12. Wer will Tom Hanks widersprechen?

Sogar Tom Hanks schaltete sich in die öffentliche Diskussion ein und forderte via Twitter von der FIFA: „They deserve real grass“ Wer will schon Tom Hanks widersprechen? 😉

WM 2015 - 12 Gründe gegen Kunstrasen - Infografik

12 Gründe, warum die Frauen-WM 2015 NICHT auf Kunstrasen ausgetragen werden sollte

 

Petition gegen Frauen-WM 2015 auf Kunstrasen

Nicht nur mit einer Klage vor Gericht (Update: Die Klage wurde im Januar 2015 überraschend zurückgezogen), sondern auch mit einer öffentlichen Petition versuchen die Fußballerinnen, eine Weltmeisterschaft auf Naturrasen zu ermöglichen und auf künstlichem Rasen noch zu verhindern.

Gerichtet an das Organisations-Komitee der FIFA WM 2015 sowie ihren OK-Chef Peter Montopoli hat die Petition bisher mehr als 22.000 Unterzeichner gewinnen können. Dazu gehören auch die deutschen Nationalspielerinnen Anja Mittag, Nadine Angerer, Annike Krahn, Célia Okoyino da Mbabi, Kim Kulig, Almuth Schult, Laura Benkarth, Melanie Behringer, Nadine Keßler, Lena Goeßling, Alexandra Popp und Babbett Peter.

Unter dem Link worldcup.coworker.org kann man sich der Petition für eine Frauen-WM 2015 auf Naturrasen anschließen.

Kunstrasen_Infografik

(Bildquelle: coworker.org)

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